
Nein, es geht hier nicht um die Optik.
Kaum war der King of Pop verschieden, waren seine Werke überall ausverkauft und er erklomm noch einmal die Bestenlisten und Verkaufscharts. Gestern geschah das Gleiche mit Herta Müller, die bewiesen hat, dass die Welt gerne über "Landschaften der Heimatlosigkeit" liest (ein bisschen auch ein Thema von Jacko übrigens). Angela Merkel, die seit Jahren über nichts anderes als Herta Müller spricht und all ihre Romane verschlungen hat, macht es vor: kauft Bücher von Herta. Und siehe da: Seit gestern steht Herta, ganz anders als ihre Halbschwester BSC, ganz oben an der
amazon-Tabellenspitze mit "Atemschaukel".
Auch in den Top 20: "Herztier" (nicht zu verwechseln mit "Herzscheiße" von Funny van Dannen), "Der Fuchs war damals schon Jäger" und "Heute wäre ich mir lieber nicht begegnet". Über den Zustand des deutschen Literaturmarktes erfährt man jedoch mehr, wenn man sich ansieht, wen Herta von den Plätzen verdrängt hat: 2x Dan Brown, 3x Stieg Larsson, 1x Frank Schätzing und: Den für den Nobelpreis wieder einmal übergangenen Sebastian Deisler mit "Zurück ins Leben -- Die Geschichte eines Fußballspielers". Der erfolgreichste Autor allerdings heißt Wolfgang Hefermehl. Er schrieb das seit 1007 Tagen in den Top 100 vertretene Jahrhundertwerk: "Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit Publizitätsgesetz, Wertpapierhandelsgesetz, Wechselgesetz und Scheckgesetz". Man kann nur hoffen, dass dieser Hefermehl in Wahrheit lediglich als Herausgeber fungiert (andernfalls wüssten wir jetzt, wer in Berlin die Gesetze diktiert). Ebenfalls unter den Top 20 vertreten sind übrigens die Schmöker "ArbG" und "BGB". Und ab morgen: "Dreams from my Father" von Barack O.